Einmal mehr war der Weltladen am 21.11. dabei, als es in der Groß-Umstädter Geschäftswelt nicht (nur) ums Einkaufen ging, sondern der Einzelhandel in der Innenstadt seine Läden schmückte, für kulturelle Beiträge und natürlich auch zum Schnuppern und Kaufen öffnete.
Am Rathaus und am Kirchtum liefen alle Programmpukte in bunten Farben über den Laser-Ticker - und bei eher frostig-kühlem aber sehr angenehmem Wetter waren so viele Flaneure unterwegs, wie man sie zu diesem Ereignis sonst kaum wahrgenommen hat.
Anlass ist jedes Jahr der bundesweite Vorlesetag, den der Gewerbeverein der Stadt zu einem langem Einkaufsabend mit vielfältigem Kulturprogramm verbindet.
Im Weltladen hatte es sich Rosemarie Mahlstedt bequem gemacht und ab 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr zu jeder halben Stunde Philosophisches, Adventliches und Gedichte vorgelesen. Das Grundmotto lautete "Alles hat seine Zeit": Texte aus allen Religionen, Kulturen und Literatur luden ein, sich einmal ganz entspannt auf das Thema einzustellen. Man erfuhr Erstaunliches und bekam ein ganz neues Gefühl von "Weile": Verweilen, Bleiben, Innehalten; Kurzweile und lange Weile; auf jeden Fall zuhören, mitdenken und einfach der Vorleserin und ihrem Sprechtempo folgen; innehalten und den eigenen Schwung, den inneren Ticker und Trigger mal abschalten.
So gab es ein abwechslungsreiches Kommen und Gehen, Stehen bleiben und Lauschen. Wer wollte, konnte einen Tee genießen und sich zwischendurch den Nachbarn, dem Personal oder auch der Geschäftsauslage widmen.
So ist der Weltladen dem Motto "Umstadt - ein Gedicht" mehr als gerecht geworden. Die ruhige, heimelige und gemütliche Attmosphäre fühlte sich gut an.
23 Landfrauen aus Nieder-Klingen waren der Einladung ihrer Vorsitzenden Irene Seeger gefolgt, um sich zusammen mit dem Weltladenteam - passend in der Voradventszeit - mit dem Thema Kakao und Schokolade zu befassen.
Was ist und woher kommt Kakao? Wie sehen die Pflanzen aus? Was macht ihn so wertvoll (teuer...)? Wo und wie wird er angebaut? Wo wird Kakao verarbeitet bzw. veredelt? und vor allem: Wo wird er hauptsächlich verzehrt? Diese und viele weitere Fragen wurden im Gespräch und an Hand des sog. "Weltspiels" auf einer großen, begehbaren Weltkarte angesprochen, und viele staunten nicht schlecht, dass der Anbau und die Ernte immer noch mit sehr viel Kinderarbeit, Waldzerstörung und Armut in den Herstellerländern zu tun haben. Nur rund 10% des Gesamtumsatzes bleiben bei den meisten Kakaobauern.
Immerhin rund 20% des Kakaos kommen aus fairem Handel, der Schulunterricht für die Kinder, Fortbildung für die Bauernfamilien und den notwendigen Arbeitsschutz gewährleistet.


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