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Presse

DARMSTÄDTER ECHO 20.02.2020:

Gewürze sind faszinierend, lecker und gesund. Doch dass man bei ihrem Kauf nicht einfach ins Regal des Supermarktes greifen sollte, sondern sich bei der Wahl des Produktes auch Gedanken über dessen Erzeugung machen, dazu wollte der Weltladen in Groß-Umstadt Anregungen geben. Und hatte deshalb am 17. Februar 2020 zu einem Vortrag mit Verkostung ins Pfälzer Schloss eingeladen. Mehr als 100 Gäste waren der Einladung gefolgt und hörten interessiert den Ausführungen der Journalisten Jutta Ulmer und Michael Wolfsteiner über deren Besuch bei Gewürzbauern in Sri Lanka zu.

Mit Hilfe beeindruckender Bilder schilderten die beiden Referenten, dass exotische Gewürze, die den Speisen nicht nur das gewisse Etwas geben, sondern auch der Gesundheit förderlich sein können, bei ihrer Herstellung mit erheblichem Aufwand verbunden sind. Bei ihren Besuchen von Kleinbauern-Zusammenschlüssen auf der einst Ceylon benannten Insel bekamen Ulmer und Wolfsteiner gezeigt, wie Zimt, Muskatnüsse, Pfeffer, Kurkuma, Gewürznelken und Vanille produziert werden.

Die aufmerksamen Zuhörer erfuhren von der schweren und gefährlichen Arbeit der Gewürzbauern, von denen immer mehr verarmen. „Produziert werden die sinnlichen Geschmacksgeber vor allem von Kleinbauern. Der globale Gewürzhandel liegt in den Händen weniger Großkonzerne. Sie drücken die Preise immer weiter.“ Eine Alternative biete den kleinen Produzenten der Faire Handel. Er trage dazu bei, dass Kleinbauern wie die im Film vorgestellten, ihre Situation aus eigener Kraft verbessern könnten.

Auf die Besucher der Veranstaltung hatte der Vortrag sichtlich Eindruck gemacht. Mit offeneren Augen will künftig Heidi Bodensohn einkaufen gehen. „Ich koche relativ viel mit Gewürzen, aber habe mir dabei noch nie richtig Gedanken um fairen Handel gemacht. Da habe ich was gelernt heute. Ich werde schon genau schauen, woher ich die Gewürze bekomme.“ Hennes Weiß fand gut, dass die Information im Vordergrund stand. „Auch die Inhalte haben mir sehr gut gefallen, das ist für mich handhabbar, wie verhalte ich mich jetzt, wo kaufe ich was und warum.“ Obwohl er immer mal im Weltladen einkaufe, habe er nun wieder mehr Anlass, dorthin zu gehen.

Es habe sich auf jeden Fall gelohnt, herzukommen, meinte Udo Pfeifer. Wichtig fand er die Darstellung „wie die kleinen Bauern das machen. Und dass sie wirklich den fairen Handel bekommen, für ihre Produkte das Geld erhalten, dass sie auch verdienen, das wollte ich mal kennenlernen und sehen, wie funktioniert das dort vor Ort.“ 

Sehr zufrieden war auch das Weltladen-Team mit dem Abend. „Wir fühlen uns durchaus ermutigt, so etwas mal wieder auf die Beine zu stellen“, sagte Petra Jaegermann vom Vorstand. „Im Vortrag kam alles Wesentliche rüber“, fand sie, „und auch diese persönliche Komponente, wenn man sieht, wie die Leute auf die Bäume klettern und wieviel Handarbeit da drinsteckt. Das macht‘s dann auch noch mal einsichtig, dass Produkte aus dem fairen Handel und von Kleinbauern-Kooperativen etwas teurer sind und auch etwas edler als Massenware, wo die reifen Früchte vom Baum geschlagen und auf Planen eingesammelt werden.“    

Viele helfende Hände hatten für den Abschluss der Veranstaltung Kostproben verschiedener Aufstriche mit Gewürzen auf Dinkelbaguette vorbereitet, Zimtkekse mit Buchweizen gebacken und Gewürzkuchen. Eine warme Kostprobe gab es für alle, ein Gemüsecurry „Orange Kokos“, und am Rande noch viele Gespräche über das eben Gehörte.

Bild und Text: Dorothee Dorschel