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Bildung

Kein Regenwald für Tierfutter

Weltladen Groß-Umstadt unterstützt die Aktion von www.aktion-agrar.de

Text: BUND Otzberg, veröffentlicht im Odenwälder Boten und Otzberg Boten, Jan 2018,

Unterschriftenlisten liegen im Weltladen in Groß-Umstadt aus.

Was hat unser Fleischkonsum mit dem Regenwald zu tun?
In Deutschland werden pro Jahr ca. 800 Millionen Tiere geschlachtet. Alleine zur PHW/Wiesenhof-Gruppe  gehören circa 700 Aufzuchtbetriebe, 8 Schlachtereien und 5 Brütereien in ganz Deutschland. Pro Woche schlachtet die PHW-Gruppe rund 4,5 Millionen Hühner. Zusätzlich ist sie einer der führenden Anbieterinnen von Tierfutter und Impfstoffen für Tiere. Die Hühner werden in Megaställen  unter Missachtung von Tierwohl und Tierschutz gehalten mit dem Ergebnis, dass 1 Kilogramm Wiesenhof-Hähnchen im Supermarkt zu Euro 2,99 verkauft wird. Ein Discounter bietet unter  "Meine Metzgerei" Hähnchenschenkel sogar zum Kilopreis von Euro 1,81 und noch tiefer zu  Euro1,38 an. Übrigens, die Flügel, Hälse u.a. was wir hier nicht so mögen, wird vorwiegend in westafrikanische Länder exportiert, subventioniert von der EU, mit dem Ergebnis dass die dortigen Geflügelzüchter nicht mehr konkurrenzfähig sind und aufgeben müssen. Die Alternative ist, abwandern in die Mega-Städte oder versuchen nach Europa zu kommen.
Lt. Statistik verzehrt jede/r Deutsche zwischen 60 und 90 kg  (es gibt unterschiedliche Zahlen)Fleischwaren pro Jahr, aber ein beträchtlicher Teil davon wird exportiert. Es verließen lt. Statistischem Bundesamt rund 8,2 Millionen Tonnen Fleisch die gewerblichen Schlachthäuser, was gut 100.000 Tonnen oder 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr waren. Den größten Anteil hatte die Produktionssteigerung von Hühnerfleisch. Sie betrug auf das Gewicht bezogen 6,7 Prozent (971.000 Tonnen, im Vergleich zu 910.000 Tonnen im Vorjahr).

Diese riesige Fleischmenge wird in Schnellmast erzeugt - Hühner ca. 30 Tage, Schweine ca. 6 Monate. Unsere Hühner, Puten, Schweine und Rinder werden mit Soja gemästet, damit sie rasch Fleisch ansetzen, sehr viel Milch geben oder Unmengen Eier legen. Abgesehen davon, dass die Qualität des so erzeugten Fleisches usw. nicht die beste ist, benötigt man dafür eiweißreiches Kraftfutter. Dieses wird nicht in Europa erzeugt, sondern wird vor allem aus Südamerika bezogen. Die EU importiert jährlich zwischen 30 und 35 Millionen Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot, zumeist von genetisch veränderten Pflanzen (GV-Soja) womit die Tiere in den Groß-Mastbetrieben gefüttert werden. Welche Auswirkungen GV-Soja auf die Gesundheit von Mensch und Tier hat, ist noch lange nicht erforscht.
Jedoch die negativen Auswirkungen in den Anbauländern sind bereits heute unübersehbar: Riesige Flächen Regenwald und Savanne werden vernichtet und in Soja-Monokulturen umgewandelt. Die indigene Bevölkerung und die Kleinbauern, die keine Landtitel besitzen, werden vertrieben und unzählige Tier- und Pflanzenarten verlieren ihren Lebensraum. Die genmanipulierten Monokulturen werden mit giftigen Pestiziden vom Flugzeug aus besprüht ohne auf die verbliebenen Einwohner in den Dörfern und Städtchen Rücksicht zu nehmen. Krebserkrankungen und Missbildungen bei Neugeborenen sind die Folgen und mittlerweile beschäftigen sich Gerichte damit. Doch die Sojalobby ist mächtig und gut vernetzt, ist doch der derzeitige Landwirtschaftsminister in Brasilien einer  der größten Anbauer von Sojabohnen.
Brasilien ist mit fast 34 Millionen Hektar (ca. 340.000 Quadratkilometer) das Hauptanbauland von Soja in Südamerika, gefolgt von Argentinien 20 Mio Hektar, Paraguay 3 Mio Hektar, Bolivien und Uruguay zusammen auch 3 Mio Hektar. Das ergibt insgesamt eine Fläche von ca. 60 Millionen Hektar Land, davon mehr als die Hälfte  in Brasilien - auf einer Fläche fast so groß wie Deutschland. Etwa  90 % sind genetisch verändertes Soja (GV-Soja) produziert und patentiert von einigen Groß-Konzernen.
Es stellt sich die Frage, ist der derzeitige Fleischkonsum unter diesen Rahmenbedingungen überhaupt ethisch noch vertretbar? Diese Frage muss mit NEIN beantwortet werden, denn auch in den Fleisch-Produktionsländern wie z.B. Deutschland, einer der größten Exporteure von Schweinefleisch, sind die negativen Begleiterscheinungen enorm, was mittlerweile sogar der Bauernverband einsieht. Die Groß-Mastanlagen produzieren Unmengen von Gülle und Ammoniak und Gestank, die zur Verunreinigung und  Überdüngung von  Böden, Fließgewässern und des Grundwassers führen. Längerfristig betrachtet ist diese Art von Agrarindustrie weder nachhaltig noch zukunftsfähig, denn auch der Energieeinsatz ist gewaltig.
Fazit: Wir müssen raus aus der Massentierhaltung und den hohen Fleischkonsum beenden. Um dieses Ziel zu erreichen und Druck auf Politik und Wirtschaft zu erzeugen, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) eine Kampagne im Internet gestartet, die Sie unter www.bund.net unterschreiben können. Mit dem gleichen Ziel fand schon am 20. Januar die alljährliche Groß-Demonstration, organisiert von verschiedenen Verbänden, unter dem Motto "Wir haben es satt" - wir brauchen eine andere Landwirtschaft, statt. Sie können auch einen Brief an die EU-Kommission schreiben. Ein Musterbrief ist beim BUND Otzberg Tel. oder Fax 06162/71899 erhältlich.
Quellengabe: Rettet den Regenwald, Internet und BUND

Unterschriftenlisten liegen im Weltladen in Groß-Umstadt aus.